Fortgeschrittene Stufe

A.2) Umsetzung von Ökosystemleistungen in Governance und Entscheidungsprozessen

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Lernziele

  • Umgang mit der Nutzung von Ökosystemleistungen in Entscheidungs- und Steuerungsprozessen.
  • Verständnis des AlpES-Ansatzes bei der Nutzung von Ökosystemleistungen für Umweltmanagement und in der Entscheidungsfindung.
In den letzten zehn Jahren wurde in der wissenschaftlichen Literatur ausführlich über die Rolle von Ökosystemleistungen in Prozessen der Entscheidungsfindung im Umweltmanagement und der Lanmdschaftsplanung diskutiert. Es besteht Einigkeit darüber, dass der Ansatz der Ökosystemleistungen Einzelpersonen und Institutionen helfen kann, den Wert der Natur zu erkennen und somit mehr Informationen zu erhalten, um besser in den Naturschutz zu investieren und gleichzeitig das menschliche Wohlbefinden zu fördern.

Ökosystemleistungen in Entscheidungsprozessen

In den letzten zehn Jahren wurde in der wissenschaftlichen Literatur ausführlich über die Rolle von Ökosystemleistungen in Prozessen der Entscheidungsfindung im Umweltmanagement und der Lanmdschaftsplanung diskutiert. Es besteht Einigkeit darüber, dass der Ansatz der Ökosystemleistungen Einzelpersonen und Institutionen helfen kann, den Wert der Natur zu erkennen und somit mehr Informationen zu erhalten, um besser in den Naturschutz zu investieren und gleichzeitig das menschliche Wohlbefinden zu fördern.

Entscheidungen, die das Verständnis von Ökosystemleistungen erfordern, sind häufig soziale Entscheidungen oder haben zumindest allgemeine Folgen. Daher ist bei der Nutzung von Ökosystemleistungen in Prozessen zur Entscheidungsfindung als Ausgangspunkt die enorme Vielfalt an potentiell involvierten Akteuren zu berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund ist der Ausgangspunkt für die effiziente Nutzung von Ökosystemleistungen in der Entscheidungsfindung, ein klares Verständnis des Konzepts (Definition und Eigenschaften).

Die folgende Liste enthält einige Elemente, die bei der Anwendung des Konzepts der Ökosystemleistungen in Entscheidungsfindungsprozessen im Zusammenhang mit dem Umweltmanagement und der Landschaftsplanung zu berücksichtigen sind:

  • Wissenschaftler müssen überlegen, wie sie ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit und den Entscheidungsträgern besser vermitteln können;
  • Sich auf die Definition von Ökosystemleistungen konzentrieren und Unklarheiten vermeiden. Bisher sind bei der Definition der Merkmale von Ökosystemleistungen einige Grauzonen geblieben: Ein Beispiel ist die Gefahr der Verwechslung zwischen Gütern und Vorteilen in der Öffentlichkeit, aber auch die Gefahr von Missverständnissen über die Rolle abiotischer Ökosystemelemente bei der Unterstützung der Ökosystemkette.

Darüber hinaus können wir eine logische Abfolge von Aktivitäten zur Nutzung von Ökosystemleistungen in einem Entscheidungsfindungsprozess festlegen:

  1. Den Entscheidungszusammenhang und die Gründe für die richtige Zuordnung der Ökosystemleistungsforschung zu definieren: Bewusstseinsbildung, Landschaftspflege, Bilanzierung von Ökosystemressourcen, usw.;
  2. Zu entscheiden, ob der Entscheidungsprozess nur eine Annäherung an ökologische Phänomene erfordert oder ob auch kulturelle Werte berücksichtigt werden müssen. Die Berücksichtigung kultureller Ökosystemleistungen ist sicherlich die beste Lösung, aber dies erfordert eine weniger genaue Bewertung, da kulturelle Ökosystemleistungen eine höhere subjektive Wertschätzung erfahren;
  3. Die am Entscheidungsprozess beteiligten Ökosystemleistungen nach ihren Eigenschaften zu klassifizieren, vor allem, wenn sie ein lineares oder nichtlineares Verhalten aufweisen. In der Tat ist es wichtig, alle Elemente hervorzuheben, die die Entscheidungsszenarien unsicher machen;

Der Umfang und die Stärke des Entscheidungsprozesses sollte erkannt werden, um die Auswirkungen der getroffenen Entscheidungen vorauszusehen. Wenn der Entscheidungsprozess beispielsweise die Möglichkeit der Einführung eines neuen Gesetzes beinhaltet, sollte man bedenken, dass dies effizient in die Erhaltung spezifischer natürlicher Ressourcen ist und Ökosystemleistungen erbringen kann, während es womöglich weniger effektiv ist, um das soziale Verhalten bei kulturellen Ökosystemleistungen zu ändern.

Wie kann der AlpES-Ansatz zu Ökosystemleistungen zum Umweltmanagement und zur Landschaftsplanung beitragen?

Das Projekt AlpES liefert Informationen und Daten zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen. Das AlpES-Konzept wird im Folgenden erläutert.

Räumlich explizite Karten sind vielleicht der direkteste, effizienteste und effektivste Weg, um mit Entscheidungsträgern über den Zustand der Ökosystemleistungen im Alpenraum zu kommunizieren. Sowohl die EU-Strategie für biologische Vielfalt bis 2020 als auch die MAES-Initiative fordern die Praktiker auf, solche Karten für die Förderung eines nachhaltigen Managements zu erstellen. AlpES enthält Karten, die für die ausgewählten Ökosystemleistungen erstellt wurden, wo sie jeweils durch einen Indikatorensatz aus maximal 3 Indikatoren (Angebot, Fluss und Nachfrage) dargestellt werden.

Die Kartierung von Indikatoren der Ökosystemleistungen hilft Entscheidungsträgern, Trends in komplexen ökologischen Prozessen zu verstehen und kann ihnen politische Leistungskennzahlen liefern. Ihr Einsatz ist heute wichtiger denn je. Tatsächlich erleben wir gesellschaftliche, ökonomische, ökologische und klimatische Veränderungen in einem ausgesprochen hohen Tempo. Indikatoren der Ökosystemleistungen sind nützliche Instrumente, um diese Veränderungen zu interpretieren und proaktiv auf ihre Folgen zu reagieren. Dies gilt insbesondere für Gebiete wie den Alpenraum, die von solchen Veränderungen stärker betroffen sein können.

Die Ergebnisse des AlpES-Arbeitspakets “Kartierung und Bewertung” bieten einen umfassenden Überblick über den Zustand einiger Ökosystemleistungen, von denen die Alpenraumgemeinden profitieren. Die Karten liefern detaillierte Informationen zur Abschätzung der Ressourcen und Potenziale der Alpen und des menschlichen Drucks, dem sie ausgesetzt sind. Generell zeigen unsere Ergebnisse, dass die alpinen Ökosysteme in der Lage sind, eine Reihe von Leistungen auf einem Niveau zu erbringen, das der lokalen Nachfrage entspricht, ohne auf externe Quellen zurückgreifen zu müssen. Hohe Touristenströme, landwirtschaftliche Flächenausbeutung und wachsende Bevölkerungszahlen in vielen Städten des Alpenraums belasten jedoch das natürliche Kapital der Alpen und ihrer Umgebung. Die Kartierung und Bewertung von Ökosystemleistungen kann auch dazu dienen, Aufschluss über bisher ungenutzte oder übersehene Leistungen und Vorteile zu geben, die Managern und politischen Entscheidungsträgern neue Möglichkeiten eröffnen könnten.

Viele feinere Einblicke stehen auch denjenigen zur Verfügung, die die AlpES-Ergebnisse im WebGIS erforschen. Beispielsweise könnten die Naturressourcenmanager in Hallstatt den Unterschied zwischen Fluss und Nachfrage nach Schutzwäldern untersuchen und darauf aufbauend in relativ günstige Schutzwaldminderungslösungen investieren. Internationale CO2-Strategen könnten die Unterschiede in den Indikatoren für Angebot und Nachfrage bei der CO2-Sequestrierung bewerten und diese Informationen in die Entwicklung regionaler oder internationaler Pläne zur Klimaneutralität einfließen lassen. Die in diesem Bericht vorgestellten Informationen sind nur der Anfang: Wir haben gerade erst begonnen, die greifbaren Ergebnisse der Politik und des Managements, die diese Ressource liefern kann, zu erfgründen.

Zukünftige Möglichkeiten in diesem Bereich sind die Modellierung von prognostizierten Veränderungen und Trends im Zustand der Ökosystemleistungen; wissenschaftlich fundierte Prognosen des Zustands der Ökosystemleistungen wären ein großer Segen für Manager. Da sich die Forschung bisher auf einzelne Leistungen der Ökosysteme konzentriert hat, sollten zukünftige Studien darauf abzielen, wie die verschiedene Ökosystemleistungen miteinander verbunden sind. Für die Entscheidungsfindung und das Management ist es von entscheidender Bedeutung, die Beziehungen zwischen allen Ökosystemleistungen, d.h. ihre Trade-offs und Synergien, zu analysieren.